Mit tiefer Betroffenheit haben wir Abschied genommen von unserem langjährigen Freund und Kollegen Bruno Kreus, der am 28. März 2026 nach längerer schwerer Krankheit mit 89 Jahren verstorben ist.
Bruno Kreus wurde in Niederforstbach 1936 geboren und wohnte mit großer Zuneigung zu seinem Heimatort dann die meiste Zeit seines Lebens in Freund. Neben der Geschichte von Land und Menschen in diesem Umfeld galt sein Interesse der Erforschung im Rahmen von Heimatkunde, den Ereignissen und Lebensbedingungen in Brand und dem Münsterländchen. Das führte in den 1980er Jahren dazu, sich in den neu gegründeten „Heimatkundlichen Arbeitskreis“ einzubringen, in dem er, schließlich als sein leitender Sprecher, bis 2005 aktiv war.
Das im Jahr 1990 erstmalig erschienene Jahrbuch „Heimatkundliche Blätter“ war ein Forum, in dem er mehr als zwanzig fundierte Artikel zur Veröffentlichung brachte. Diese vom Bürgerverein Brand unterstützte Initiative hat er führend vorangetrieben und diesen anspruchsvollen Jahrbüchern einen nachhaltigen Ruf geschaffen.
Zu seinem Lebensweg:
Er war naturverbunden – Eine Leidenschaft war die Jagd, Hege und Pflege sowie die Wildbestandsregulierung, die er verantwortungsvoll und nachhaltig durchzuführen wusste. Dabei spielte der Schutz der Natur und der Tierwelt eine wichtige Rolle, um das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Mit seiner Familie lebte er alle Zeit am Freunderheideweg, in Waldnähe, mit kurzen Wegen in sein Revier, z. B. zum Ansitz im Indetal.
Seit seinen jungen Jahren gehörte er der Pfadfinderschaft in Brand an, dessen Ideale mit seiner Lebensphilosophie beispielhaft einher gingen. Bis ins hohe Alter stellte er sich als Messdiener bei St. Donatus immer wieder mal in den Dienst der Kirche.
Etliche Vorfahren waren in der Textilbranche tätig. Dieser Tradition folgend erlernte er den Beruf des Wollstoffmachers in einer Brander Textilfabrik – Jahre später wechselte er in die Städtische Verwaltung.
Einem in dieser Zeit folgenden Trend hat auch ihn die Erstellung eines Familienstammbaums gereizt, den er mit und ohne Hilfe des Geschichtskreises dokumentieren konnte, um damit den Nachweis einer über Generationen in Brand festzumachenden Linie erbringen zu können.
Besonders herauszustellen sind seine Veröffentlichungen über jüdische Familien in Brand. Eine Spurensuche ihrer Verfolgung in der Nazizeit und der teils weltweiten Flucht. Mehrfach hat er darüber ausführlich in den Jahrbüchern berichtet. Schon 1987 schrieb er einen Brief an Alex Mathes in Philadelphia/USA, den einzigen Überlebenden einer Brander jüdischen Familie. Über die Zeit wurde daraus eine Freundschaft mit etlichen gegenseitigen Besuchen an den jeweiligen Heimatorten. Was in Brand und Aachen zu Konsultationen bei den oberen Verwaltungsspitzen führte.