Bürgerverein

Heimatkundliche Blätter

Ausgabe Heimatkundliche Blätter 2021

Die Übergabe 2021 fand am 4. November in der Sparkasse Brand statt.

 

Nr. 32/2021, kurze Beschreibung

Das Jahrbuch zeigt auf seinem Titel ein Foto des ehemaligen Gutes Steinebrück im Indetal nach einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1935 und stellt so bereits eine Verbindung zu der geschichtlichen Abhandlung in diesem Jahrbuch von Ewald Kreus her.

Insgesamt füllen 17 Beiträge unterschiedlichster Themen die Ausgabe und bieten ein beachtliches Jahrbuch von 235 Seiten. Die Redaktion hat Wert darauf gelegt, wiederum eine möglichst bunte Vielfalt aus der Geschichte und Heimatkunde von Brand und dem Münsterländchen zu veröffentlichen. Die Autoren sind Mitglieder des Geschichtskreises im Bürgerverein Brand, wie auch erfreulicherweise ein Gastautor beteiligt ist bzw. das eine oder andere aus dem Archiv genommen wurde. .

In der Reihenfolge der Artikel im Buch sollen nun Erläuterungen dazu dem Leser hier einige Einblicke geben:

Nach dem Vorwort von Wolfgang Müller ist als zweiter Beitrag eine Dokumentation „Jubiläum – 50 Jahre Bürgerverein“, von Günter Kuckelmann recherchiert und bearbeitet, reich bebildert, auf 56 Seiten gedruckt, dargestellt. Diese Niederschrift zählt die Personen und ihr Schaffen in den 50 Jahren
für den Brander Bürgerverein auf, berichtet aber auch über die vielen unterschiedlichsten Aktionen und Veranstaltungen des Vereins. Es wird damit die Bedeutung des Bürgervereins für unseren Ortsteil deutlich und unterstrichen, beweist dass vieles in den Jahrzehnten ohne den unermüdlichen Einsatz des jeweiligen Vorstandes und aller Mitglieder nicht zustande gekommen wäre.

Weiter: Traditionell ist die bearbeitete Darstellung des Jahresberichts von 1971 der Brander Gemeinde eingefügt und thematisch passend in der Folge auf acht Seiten von Egbert Drese ein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der 1970er Jahre verfasst worden.
Als nächstes finden wir zum Thema Brauchtum eine sechsseitige Abhandlung, die mit dem Titel „Taufen in früherer Zeit“ von Hermann Schümmer geschrieben wurde. Ein hochinteressanter Kurzbeitrag, der Beispiele für Taufereignisse aus den 1940er Jahren und dem 18. Jahrhundert bringt.
Der Gastautor Wolfgang Lennartz lieferte unter dem Titel „Kleiner Beitrag zur Baugeschichte der Reichsabtei Kornelimünster“ einen ausführlichen Bericht und schreibt in der Einleitung dazu: „Der Beitrag erscheint 300 Jahre nach dem Baubeginn 1721 des neuen Abteigebäudes durch Abt Hyacinth Alphons Graf von Suys“, was schon andeutet, um was und welche Zeit es sich hier handelt.

Eingefügt nun „Brander Mundartverse“ von dem leider verstorbenen Jac Moll, der den Reimen die
Überschrift „De Noberschaf“ gegeben hat.

Es folgt ein größerer, 33seitger, Artikel von Leo Förster und Franz-Josef Kall, den sie „Wie Brand (fast) Brücke zur Welt wurde“ – Vor 185 Jahren wäre die erste grenzüberschreitende Eisenbahn der Welt beinahe über Brand geführt worden. 1885 hielt zum ersten Mal ein fahrplanmäßiger Zug der Vennbahn am Bahnhof Brand. Die Geschichte der Vennbahn ist bekannt und mehrfach eingehend beschrieben worden. Weniger bekannt dürfte sein, dass ursprünglich geplant war, diese Eisenbahnlinie Köln-Antwerpen teilweise über Brander Gemeindebiet zu führen. Ein hochinteressanter Bericht mit vielen Dokumentationen textlicher und bildlicher Art.

Der leider in diesem Jahr verstorbene Leo Förster, ein Mitglied des Geschichtskreises der ersten Stunde, hat uns eine 14seitige Ausarbeitung hinterlassen, die als Biografie über Theodor Molitor –
Kapuzinerpater – Pfarrer – Heilkundiger – gelten darf. Eine erstaunliche Lebensgeschichte eines zeitweise in Brand beheimateten Menschen.
Anschließend folgt der Nachruf auf Leo Förster (verfasst von Hermann Schümmer), der mehr als 40 Jahre Mitglied des Geschichtskreises gewesen ist und am 5. April 2021 im Alter von 85 Jahren verstarb.

Heimatkundlich ist die Beschreibung „Ein Kreuz im Tal des Münsterbaches (Inde)“ von Hermann Schümmer einzuordnen. Die Wiederentdeckung und Erneuerung wird hier dargestellt.
Ausführlich – und reich bebildert mit Motiven der 1930er Jahre – beschreibt Ewald Kreus auf 14 Seiten die Geschichte der ehemaligen Jugendherberge Steinebrück im Indetal. Zur Nutzung der Gebäude vor und nach dem Krieg und die Besitzverhältnisse ist alles zu erfahren.

Nach einem diesmal wieder aus dem Archiv geholten Lied/Textbeitrag von Dionys Bartz folgt nun
Traditionell die Chronik der Bürgermeisterei Brand, für das Jahr 1921.
Fortgesetzt wird die Reihe „Persönlichkeiten im Spiegel von Straße und Wegen im Stadtteil Brand“ von Michael Schmidt mit Karl-Kuck-Straße und Wirtzstraße. Kuck war erster Brander Bürgermeister von 1800 bis 1855, und Joseph Gerhard Wirtz erster Pfarrer in Brand von 1802 bis 1810.
Nun folgt der zweite Teil nach der Erstveröffentlichung im Buch 2020 der Mundart „Brander Französisch mit Beispielen“ von dem unlängst verstorbenen Hermann-Josef Geilen. Eine Gegenüberstellung von Brander Platt und dem französischen Ursprung.

Das Team Elisabeth Kall und Doris Müller aus dem Arbeitskreis „Os Heemetsproch“, zusammengestellt unter Mitarbeit von Michael Schmidt hat am Buchende auf 29 Seiten wieder den Rückblick auf Ereignisse in Brand von Oktober 2020 bis September 2021 zweisprachig, nämlich in Brander Platt und Hochdeutsch, betreut.

Foto: Ewald Kreus

Foto: Ewald Kreus

Foto: Ewald Kreus

Erwerb

Die Broschüre ist für 10,00 € beim Bezirksamt Brand,

in der Sparkasse Brand, bei der Aachener Bank Brand

und in der Buchhandlung Brand erhältlich

Ältere Ausgaben

Frühere Ausgaben unserer

"Heimatkundlichen Blätter"

seit der Erstausgabe 1990 bis 2019

sind noch für den Freundschaftspreis von 5.00 € zu erwerben.

Ausgenommen sind die Jahrgänge 1991, 1993 und 2015,

die nicht mehr vorhanden sind

 

Rückblick: 30 Jahre HKBl

Streiflichter durch 30 Ausgaben „Heimatkundliche Blätter“ in 30 Jahren zeigte die kürzlich im Foyer der Sparkasse Aachen-Brand stattgefundene Ausstellung. Auf 11 Stellwänden dokumentierten rund 60 Plakattafeln einen Querschnitt durch die Zeit der Buchserie, ihrer Entstehung und Inhalte, zu der die Besucher über vierzehn Tage während der Öffnungszeiten (bis zum 29.11.) Zugang hatten.

Mit dieser von Mitgliedern des Geschichtskreises Brand gestalteten und organisierten Ausstellung erhielten die Jahrbücher die öffentliche Wertschätzung, die ihr alle Zeit von der Leserschaft über Brand hinaus gezollt wird.

Wolfgang Müller, Vorsitzender des Bürgervereins Brand, Initiator dieser Ausstellung, fand bei der Eröffnung in seiner Ansprache neben dem Dank an den Vorstand und die Geschäftsstellenleitung der Sparkasse, der Begrüßung der geladenen Gäste sowie Presse, informative Worte den Inhalt der Präsentation betreffend: „Die Idee dieser Ausstellung ist anlässlich der 30. Ausgabe der „Heimatkundlichen Blätter“ entstanden. Ich habe schon bei der (am 5. November erfolgten) Buchvorstellung gesagt, dass die 30. Ausgabe kein Jubiläum ist aber eine Erfolgsgeschichte. Männer der ersten Stunde waren Bruno Kreus, damals Leiter des Arbeitskreises, Herbert Bücken, damals Vorsitzender des Bürgervereins und Günter Kuckelmann, der mehr für die Vorlagenerstellung, Schreibarbeiten und drucktechnischen Angelegenheiten verantwortlich zeichnete.“

Schließlich kamen Dank und Lob dem Geschichtskreis für die jahrelange so ausgezeichnete Arbeit – insbesondere an den Ausgaben immer wieder aufs Neue – nicht zu kurz. Dass der Vorstand des Bürgervereins den Wert der Beschäftigung mit der Brander Heimatkunde durch den Geschichtskreis zu schätzen weiß, unterstrich Wolfgang Müller auch, als er die persönliche Anerkennung bei den anwesenden Mitarbeitern dieses Kreises in seiner Ansprache zum Ausdruck brachte.

Der kleine Rundgang durch die Ausstellung entlang der ansprechend farbig gestalteten Plakatwände von Nr. 1 bis 11 vertiefte die Geschichte der Buchserie, die in 1989 mit der Idee, ein Jahrbuch herauszubringen, geboren war. Etwa 5 500 Seiten wurden seit der ersten Ausgabe in 1990 gedruckt, die 460 Text- und Bildbeiträge von 83 Autoren umfassen. Auf sechzig Plakaten wurde nun sozusagen die „Lebensgeschichte“ dieser Serie mit Nennung von Verfassern und Schwerpunktthemen dargestellt. Kurz gefasste Text-/Bildauszüge aus sechzehn beispielhaft ausgewählten Büchern verschiedener Jahre konnten dem Betrachter rasch einen Eindruck vermitteln.

Die seit frühestem Zeitpunkt bereits beteiligten Mitglieder des Arbeitskreises „Os Heemetsproch“ fanden auf separaten Plakaten ebenso Beachtung und Erwähnung, wie auch Beispiele der Brander Mundart dargestellt waren. Schließlich informierten Auszüge einiger Presseberichte über verschiedene Buchvorstellungen der Vergangenheit in der Aachener Bank (ehemals Volksbank Aachen Süd) und Sparkasse Aachen.

In einer Schauvitrine wurde eine Auswahl vor allem der ersten Buchausgaben vorgestellt mit dem Hinweis, dass bei Interesse aus einem Restbestand noch Exemplare zu bekommen sind. (Kontakt: Hermann Schümmer, Leiter des Geschichtskreises, Tel. 52 63 85).

Text: Günter Kuckelmann